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Kontext der Fachtagung 2017

Seit vielen Jahren finden in der Organisation „Kirche“ Veränderungsprozesse statt.

Veränderungsprozesse wirken auf die Organisationsstrukturen und auf die Arbeits- und sozialen Beziehungen der Organisationsmitglieder.

Betrachtet man die vielfältigen Reaktionen auf die strukturellen Veränderung von Kirche, wird zunehmend deutlich, dass Kirche derzeitig mit Bildern von Verlust und Mangel verbunden wird: Personalmangel, Kirchenaustritte und Mitgliederverlust, Fusionen von Pfarrgemeinden, schwindendem Glaubenswissen und schwindende Identifikation mit der Kirche und nicht zuletzt der Verlust von gesellschaftlicher Relevanz und Bedeutung prägen vielerorts das derzeitige Bild von Kirche.

In dieser Situation werden Fragen nach Orientierung und Wegweisern lauter, die Besinnung auf Tradition und Sicherheit wird zum Bedürfnis. Andererseits werden die Veränderungen auch als Chance gesehen, Kirche neu zu gestalten und sich der Suche nach neuen Wegen zu stellen.

In dieser Gemengelage findet Supervision, Coaching, Organisationsberatung oder Gemeindeberatung in kirchlichen Feldern statt. Supervisorinnen und Supervisoren, die Veränderungsprozesse begleiten, werden mit Ängsten, Verunsicherungen und Befürchtungen der Mitglieder der Organisation Kirche konfrontiert. Themen wie Trauer, Abschied von liebgewordenen Tätigkeiten oder Status- bzw. Bedeutungsverlust werden in der Supervision bearbeitet. In die Einzel und Teamsupervisionen werden u.a. Konflikte und Ärger über eine stetig wachsende Komplexität eingebracht. In Gruppensupervisionen thematisiert sich beispielsweise die Frustration über eine gefühlte Wirkungslosigkeit der eigenen Arbeit.

Supervision kommt hier die Aufgabe zu, den Raum für die Entwicklung von Visionen zu geben, Leitung bezüglich der Wahrnehmung ihrer Aufgaben zu stärken und die Neugier auf andere Modelle von Gemeinde aufzugreifen.