15. Fachtagung „Supervision in kirchlichen Feldern“

18.03.2019 – 21.03.2019, Heinrich Pesch Haus (Ludwigshafen)

Von Konzepten und Kompetenzen

Meine supervisorische Visitenkarte

Themenschwerpunkt

Menschen haben unterschiedliche Welt- und Menschenbilder, Glaubensvorstellungen und Gottesbilder. Diese sind mehr oder weniger bewusst. Von solchen Grundannahmen leiten sich Haltungen ab, wie ein Mensch der Welt begegnet und auf andere Menschen zugeht. Wertvorstellungen und Werte werden in den Haltungen sichtbar.

Qualifizierungen zur Supervisorin/zum Supervisor und Coach basieren auf unterschiedlichen Verfahren/Schulen. Die Ausrichtung einer Qualifizierung kann z. B. analytisch, personzentriert, gruppendynamisch, psychodramatisch oder systemisch sein; auf jeden Fall ergänzen und bestärken die Verfahren und die hinter ihnen liegenden Theorien und Philosophien die eigenen Grundannahmen und Haltungen, verändern diese oder fügen neue hinzu. Ressourcenorientierung, bedingungslose positive Wertschätzung, Selbstbestimmung etc. sind solche Beispiele für Haltungen und Werte.

Erfahrungswissen und Methodenkenntnisse runden das je individuelle supervisorische Konzept eines jeden/einer jeden ab.

Supervisorisches KonzeptDas supervisorische Konzept ist somit ein lebendiges Zusammenspiel aus Grundannahmen, Haltungen, Verfahren und Methoden, das in der Selbstdarstellung der/des Berater/in (z.B. in Flyern, Homepage, Gesprächen etc.) seinen Ausdruck findet. In der supervisorischen Praxis wird das individuelle Konzept als supervisorische Kompetenz für die Supervisanden/innen erlebbar.

Je nach Perspektive und Schwerpunktsetzung steht dabei das eine oder andere Element mehr im Vordergrund, wie folgende Schaubilder exemplarisch darstellen.

Spannungsfelder zwischen äußeren organisationalen Bedingungen und dem eigenen supervisorischen Konzept

Supervision/Coaching geschieht immer in einem organisationalen Kontext. Daraus ergeben sich mehrere Spannungsfelder zwischen äußeren organisationalen Bedingungen und dem eigenen supervisorischen Konzept (zum Beispiel das Spannungsfeld Systemerhalt vs. Systemveränderung).

Zielsetzung

Teilnehmer/innen der Fachtagung „Supervision in kirchlichen Feldern“ setzen sich mit ihrem individuellen Konzept von Supervision und Coaching in den organisationalen Rahmenbedingungen auseinander. Sie erhalten die Möglichkeit sich über die Unterschiede zwischen verschiedenen Verfahren/Schulen auszutauschen und Gemeinsamkeiten zu entdecken, ihr Methodenrepertoire zu erweitern und die eigenen Grundannahmen und Haltungen zu überprüfen.

Die Selbstreflexion des eigenen Supervisionskonzeptes lässt Wechselwirkungen zwischen Grundannahmen, Verfahren/Schulen, Haltungen, Methoden erkennen. Darüber hinaus wird in der Auseinandersetzung mit anderen Supervisionskonzepten der Kolleg/innen das eigene Supervisionskonzept erweitert und vertieft, kurzum: die „supervisorische Visitenkarte“ profiliert sich. Die Spannungsfelder zwischen den organisationalen Rahmenbedingungen und den eigenen Supervisionskonzepten werden aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet.

Grundthese der Vorbereitungsgruppe:

Supervisorisches KonzeptSupervisorische Kompetenz gestaltet sich aus dem gelingenden Gespräch zwischen Grundannahmen, Verfahren/Schulen, Haltungen und Methoden. Daraus entwickeln Supervisor/innen ihr individuelles supervisorisches Konzept.
Supervisor/innen können flexibel auf verschiedene Supervisionskonzepte zugehen.

Kommen Supervisor/innen in einen fachlichen Austausch miteinander, werden Unterschiedlichkeiten zwischen den Verfahren, die sie in ihrer Qualifizierung erlernt und in der Praxis erprobt haben und die im Laufe der Zeit immer selbstverständlicher eingesetzt werden, deutlich. Die einen geben z. B. in einem Supervisionsprozess der Diagnose und dem Verstehen mehr Raum, andere fokussieren schneller auf die Lösung. Die Vielfalt und die in ihr implizit angelegte Spannung, die zwischen den Verfahren entstehen kann, soll im Rahmen der Fachtagung thematisiert werden.

Fragen können hierbei sein:
Was nehme ich von anderen an Grundannahmen und Haltungen wahr? Wie bereichern sie mich? Irritieren oder verstören sie auch? Wieviel Supervisionserfahrung und Standfestigkeit benötige ich mit meinem eigenen Konzept, um mich anderen Konzepten gegenüber öffnen zu können? Widersprechen sich die Verfahren/Schulen oder sind sie miteinander kompatibel? Wie fluide und dynamisch sehe ich mein eigenes Konzept?

Weiterführende Links: Zielgruppe | Geschichte der Fachtagung

Rahmendaten

Die Tagung findet vom 18.03.2019 – 21.03.2019 im Heinrich-Pesch-Haus in Ludwigshafen statt. Es werden ca. 120 Supervisor/innen und Coaches aus dem gesamten deutschsprachigen Raum erwartet.

Ansprechpartner der Vorbereitungsgruppe für Rückfragen

Dr. Alois Moos [alois.moos@bistum-speyer.de] (Diözesanverantwortlicher für Supervision und Coaching im Bistum Speyer)
Thomas Goltsche [t.goltsche@eomuc.de] (Sprecher der Konferenz der Diözesanverantwortlichen für Supervision und Coaching)

Weitere Mitglieder der Vorbereitungsgruppe:
Diana Beetz (AG Supervision und Coaching in der Erzdiözese Freiburg), Claudia Enders (Deutsche Gesellschaft für Pastoralpsychologie, DGfP), Dr. Martin Kempen (Diözesanverantwortlicher für Supervision und Coaching im Bistum Würzburg), Annette Lentze (Deutsche Gesellschaft für Supervision und Coaching, DGSv), Gemeindereferent Markus Müller (Sprecherteam der AG Supervision und Coaching im Bistum Speyer), René Martin (Geschäftsführer und Supervisor im Bistum Speyer), Diakon Paul Nowicki (Sprecherteam der AG Supervision und Coaching im Bistum Speyer)